Anime-Produktionsmaterialien sind für mich viel zu schade, um dauerhaft in einer Mappe oder Schutzhülle zu verschwinden. Natürlich wäre eine dunkle und möglichst geschützte Aufbewahrung wahrscheinlich die sicherste Lösung. Aber ganz ehrlich: Ich habe meine Genga und mein Anime Cel nicht gekauft, um sie nur ein paarmal im Jahr hervorzuholen. Ich möchte sie sehen, mich an ihnen erfreuen und dieses kleine Stück Anime-Geschichte tatsächlich zu einem Teil meiner Sammlung machen.

Genau deshalb habe ich inzwischen zwei meiner Originale gerahmt: eine Genga aus Cardcaptor Sakura und ein Cel aus Nurse Angel Ririka. Beide hängen heute in einem 30 × 40 Zentimeter großen Rahmen. Trotzdem könnten die beiden Lösungen kaum unterschiedlicher sein.

Die Genga habe ich mit einem überschaubaren Budget selbst gerahmt und zusätzlich mit einem Ausdruck der fertigen Anime-Szene kombiniert. Insgesamt hat mich diese Lösung etwa 85 Euro gekostet. Beim Cel wollte ich dagegen nicht selbst experimentieren und habe mich für eine professionelle Rahmung beim Fachhändler entschieden. Der Preis: 295 Euro – und damit sogar mehr, als ich ursprünglich für das Cel selbst bezahlt habe.

Das klingt im ersten Moment ziemlich verrückt. Gleichzeitig zeigt es aber sehr gut, wie unterschiedlich eine Rahmung ausfallen kann, obwohl das Außenformat identisch ist. Der eigentliche Unterschied steckt nicht in den 30 × 40 Zentimetern, sondern im Glas, im Passepartout, in der Befestigung, im Aufbau und natürlich in der Arbeitszeit.

In diesem Artikel zeige ich euch deshalb beide Rahmenprojekte ganz genau. Ich erkläre, wie ich bei der Genga vorgegangen bin, warum ich das Cel lieber einem Fachhändler überlassen habe, welche Alternativen mir dort angeboten wurden und ob sich der hohe Preis für mich am Ende wirklich gelohnt hat.

Falls ihr noch ganz am Anfang steht und euch fragt, was Genga, Douga und Anime Cels überhaupt sind, schaut zuerst in meinen Artikel Anime zum Anfassen – mein Einstieg in die Welt der Produktionsmaterialien. Dort erzähle ich ausführlich, wie ich in dieses ungewöhnliche und unglaublich faszinierende Sammelgebiet hineingerutscht bin.

Warum ich meine Anime-Originale überhaupt an die Wand hängen wollte

Konservierung Anime Genga

Viel zu schade für die Schublade

Ich wollte meine Sammlerstücke nicht einfach in einer Archivhülle in der Schublade liegen lassen. Denn das, was die Genga und das Cel ausmacht, ist ja gerade, dass beides so schön aussieht und direkt aus einem Anime stammt.

Außerdem sehe ich meine Sammlung nicht als Invest, sondern möchte mich so oft es geht daran erfreuen. Das geht an der Wand einfach besser als irgendwo versteckt.

Gleichzeitig wollte ich beiden Stücken in einem, für mich vertretbaren Rahmen, so viel Schutz wie möglich geben. Deshalb die besondere Rahmung.

Präsentation oder maximaler Schutz?

Trotzdem wäre dunkle Archivierung noch sicherer gewesen. Eine gute Rahmung schützt vor Staub, Berührungen und einem Teil der UV-Strahlung. Licht, Luftfeuchtigkeit und die Alterung der Materialien lassen sich damit aber nicht vollständig ausschalten.

Wie oben beschrieben war die dunkle Schublade keine Option. Deshalb habe ich mich an Lösungen orientiert, die auch bei der Präsentation empfindlicher Kunstwerke eingesetzt werden: UV-Schutzglas, Abstand zum Glas und möglichst geeignete Hintergrundmaterialien, denn ich wollte die Stücke natürlich nicht einfach zerfallen lassen.

Genga und Cel: Warum ich zwei unterschiedliche Wege gewählt habe

Ich zeige euch hier, wie ich bei meinen beiden bisherigen Stücken vorgegangen bin und wie unterschiedlich diese Wege sind.

Die Genga

Cardcaptor Sakura Genga vor der Rahmung

Eine 25 Jahre alte Zeichnung aus Cardcaptor Sakura, die auf typischem Papier aus der Animeproduktion ist. Papier, das wahrscheinlich durch einige Hände gegangen ist und nicht von Anfang an pfleglich behandelt wurde.

Das Papier und die Zeichnung sind lichtempfindlich, anfällig gegen (versteckte) Säuren und Feuchtigkeit, dabei aber glücklicherweise eher gutmütig und ganz gut handhabbar.

Das Cel

Nurse Angel Ririka SOS Cel vor Rahmung

Anime Cels sind im Vergleich zum Papier nochmal eine ganz andere Hausnummer. Ihr habt es hier in der Regel mit einer Acetatfolie zu tun, die auf der Rückseite mit speziellen Farben bemalt wurde. Auch hier handelt es sich um reines Arbeitsmaterial. Das bemalte Cel wurde bei der klassischen Anime-Produktion über den passenden Hintergrund gelegt und anschließend als einzelnes Bild abfotografiert. Genau dieses Bild wurde später Teil der fertigen Animation.

Wie schon beim Papier sind auch Cels lichtempfindlich und mögen keine Feuchtigkeit. Da kommt aber noch einiges obendrauf. Denn die Farben können verblassen, abplatzen oder reißen, die Folie selbst unterliegt Alterungsprozessen, kann sich wellen und im schlimmsten Fall unangenehm nach Essig riechen. Dazu darf die Folie das Glas nicht berühren. Das macht die Montage wesentlich aufwändiger als bei Papier.

Meine günstige Rahmenlösung für die Cardcaptor-Sakura-Genga

Rahmung Anime Genga

Ich habe mich vorab intensiv damit beschäftigt, wie ich eine Genga behandeln muss. Dabei gibt es nicht die eine Lösung. Ich fand für mich eine relativ günstige Variante am praktikabelsten. Wir reden hier von einer Zeichnung, die mit allem etwa 250€ gekostet hat. Das muss man immer in Relation zum weiteren Aufwand setzen. Es gibt Gengas, die 5- oder sogar 6-stellig kosten. Da kommen dann natürlich ganz andere Kaliber ins Spiel.

Was ich mit dem Rahmen zeigen wollte

Die Grundidee war relativ schnell klar. Wir kennen in den meisten Fällen nur die fertige Szene im Anime, hier ist aber zu sehen, wie das einzelne Bild von Hand mit einem Stift entstand. Das ist ein toller Blick hinter die Kulissen.

So habe ich die Genga gerahmt

Als die Zeichnung ankam habe ich sie erstmal vermessen und dann als Rahmengröße 30×40 festgelegt. Daraus ergab sich dann der Bedarf nach einem Passepartout, da die Genga kleiner als der eigentliche Rahmen war. Den passenden Rahmen mit Museumsglas habe ich online bestellt. Das Passepartout in einem lokalen Papierladen zuschneiden lassen.

Der Companion Print: Mehr als nur Dekoration

Ich fand außerdem die Idee charmant, gerade für Betrachter, die mit dem Thema Anime weniger zu tun haben als Bezugspunkt, neben den großen Rahmen einen kleinen separaten Bilderrahmen zu hängen, in dem die entsprechende Szene aus dem fertigen Anime zu sehen ist. So ist der Prozess klarer und rundet das Ganze schön ab. Dafür habe ich das Bild günstig im Drogeriemarkt ausgedruckt und einen billigen kleinen Rahmen dazu gekauft.

Kosten meiner Genga-Rahmung

Die Kosten blieben recht überschaubar. Der Rahmen kostete 70€ und für das Passepartout wurden dann nochmal 15€ fällig. Macht also Gesamtkosten von 85€. Dazu kommen nochmal knapp 5€ für das kleine Bild daneben.

Mein Fazit zur günstigen Lösung

Die Lösung funktioniert für eine Genga gut. Ich überlege eventuell das Passepartout irgendwann nochmal upzugraden, weil laut Laden zwar säurefrei, aber dafür erschien es mir doch sehr günstig. An der Wand macht sich das Ganze jedenfalls richtig gut.

Mein Nurse-Angel-Ririka-Cel beim Rahmenhändler

Rahmung Anime Cel

Ich wollte immer ein Anime Cel besitzen, denn das ist eins der Bilder, die im finalen Anime genau so zu sehen sind. Näher dran geht eigentlich nicht mehr. Ich habe mich zwar hier ebenfalls vorab informiert, aber den finalen Aufwand doch unterschätzt, vor allem, weil mein Nurse Angel Ririka SOS Cel mit etwa 250€ Gesamtkosten im Vergleich zu dem, was kam recht günstig war.

Warum ich das Cel nicht selbst rahmen wollte

Nachdem das Thema Rahmung mit der gewonnenen Auktion konkret wurde, war relativ schnell klar, die einfache Lösung einen fertigen Rahmen zu kaufen ist hier keine Option. Die Folie und die Farbe sind zu empfindlich und komplex.

Ich musste damit zu einem Fachhändler, auch wenn es deutlich teurer würde. Denn auch wenn eine Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben muss, wollte ich dieses Stück mit dem nötigen Respekt behandeln und möglichst im aktuellen Zustand bewahren.

Meine Beratung im Rahmenladen

Ich bin dann mit meinem Anliegen, aber noch ohne das Cel in zwei lokale Läden für solche Rahmungen gegangen. Ich habe mir vorab, mit einer gesunden Portion Vorsicht, von der KI einige Punkte geben lassen auf die ich achten sollte, mit Preisen.

Der erste Laden deckte sich dann in Beratung und Preisen etwa mit dem, was die KI sagte, der Zweite war mit seiner Richtung deutlich billiger und sah vieles „lockerer“. Ich entschied mich dann für Laden 1 und schlug dort dann ein weiteres Mal mit dem Cel auf, um Details zu besprechen.

Es gab dann zwei Optionen:

  • ein 30×40 Standardmaß mit Passepartout im Hintergrund
  • eine Maßanfertigung

So ist der Cel-Rahmen aufgebaut

Ich habe mich dann für das Standardmaß entschieden, warum erfahrt ihr weiter unten. Es handelt sich um einen weißen Holzrahmen in 30×40. In diesen sind Abstandshalter eingebaut, damit die Folie das Glas nicht berühren kann. Das macht das Ganze vergleichsweise dick.

Das Glas ist Museumsglas mit UV-Schutz. Es ist zusätzlich auch noch entspiegelt. Der Hintergrund ist ein Passepartout, bei dem wir die Farbe passend zum Cel Hintergrund ausgesucht haben. Das Papier ist immerhin wahrscheinlich auch schon 30 Jahre alt.

Sehr gut fand ich auch, dass im Laden das Thema der untergelegten Folie auffiel. Zwischen der bemalten Rückseite des Cels und dem Papierhintergrund lag bereits eine zusätzliche transparente Schutzfolie. Dadurch berührt die Farbschicht das Papier nicht direkt. Diese Folie lag allerdings nur lose unter dem Cel und wäre im aufgehängten Rahmen nach unten gerutscht. Der Rahmenhändler schlug sie deshalb am unteren Rand um und fixierte sie innerhalb der Konstruktion.

Was die Cel-Rahmung gekostet hat

Besonders angenehm an dem Laden fand ich, dass mir ein Komplettpreis von 295€ genannt wurde. So wusste ich direkt woran ich war. Da war also Rahmen, Glas, Abstandshalter, Passepartout und Arbeitsaufwand fix drin. Keine bösen Überraschungen beim Abholen.

Damit war die Rahmung aber auch teurer als das eigentliche Cel. Ein anderer Laden hätte die Rahmung günstiger umgesetzt. Bei der Beratung hatte ich dort allerdings weniger Vertrauen, dass alle für mich wichtigen Punkte ähnlich sorgfältig berücksichtigt würden. Deshalb war mir die teurere Lösung den Aufpreis wert.

Warum 30 × 40 cm und keine Maßanfertigung?

Das war letztendlich eine Vernunftentscheidung aufgrund des Preises. Die Maßanfertigung hätte als spannendes Extra farbige Abstandshalter geboten, die einen dekorativeren Look geboten hätten. Außerdem hätte es keinen zusätzlichen Hintergrund, der durch das 30×40 Standardmaß entstand gebraucht, da das Cel ja selbst schon auf einem handgemalten Hintergrund aufgebracht ist.

Der Aufpreis wäre dafür aber nochmal 100€ gewesen. Natürlich wirken weitere 100 Euro bei einem ohnehin 295 Euro teuren Rahmen plötzlich fast überschaubar. Genau so eskalieren solche Projekte aber. Hier noch ein schöneres Detail, dort noch ein hochwertigeres Material und plötzlich kostet die Präsentation ein Vielfaches des eigentlichen Stücks. Deshalb war bei 295 Euro für mich ganz bewusst Schluss.

Japanpapier und die Grenzen nach oben

Knapp 300€ klingt schon viel? Nach oben ist dem Ganzen wenig Grenzen gesetzt. Für wirklich wertvolle Stücke gibt es noch einige Hebel, die den Preis massiv nach oben treiben können. Habt ihr schonmal von Japanpapier gehört? Damit kann bei konservatorischen Montagen für besonders schonende und grundsätzlich wieder lösbare Befestigungen eingesetzt werden. Der Preis für eine 10m Rolle kann da schon mal 300€ betragen.

Auch beim Glas geht immer noch etwas mehr. Museumsglas filtert zwar einen großen Teil des UV-Lichts raus, aber nicht alles. Also gibt es Glas, das noch effizienter funktioniert, aber dann natürlich entsprechend kostet.

Mein Eindruck vom fertigen Cel-Rahmen

Auch wenn ich mich „nur“ für das Standardmaß entschieden habe, bin ich mit der fertigen Arbeit sehr zufrieden. Der Rahmen wirkt hochwertig, es wurde auf Details geachtet, wie die untere Folie umzuschlagen, damit sie hängend nicht herausrutscht.

Optisch sieht das Cel mit dem Hintergrund an der Wand richtig gut aus und ich schaue immer wieder gerne hin.

Die Rahmung war teurer als das Cel – lohnt sich das überhaupt?

Als ich die Preise erfahren habe musste ich erstmal schlucken. Das tat schon weh, dass die Rahmung teurer war als das eigentliche Sammlerstück.

Warum der Kaufpreis des Originals nicht alles entscheidet

Handgemachte Produktionsmaterialien sind immer Unikate und werden immer mehr verschwinden. Dabei sind sie wichtige Teile der Animegeschichte. Durch die Digitalisierung in den 2000ern kommt da ja auch nichts mehr Neues nach.

Deshalb finde ich es wichtig, diese Stücke so zu behandeln, dass sie möglichst lange weiter erhalten werden. Auch wenn es am Ende bedeutet, dass die Konservierung teurer ist, als das Stück selbst.

Trotzdem gibt es da natürlich Grenzen bis wann es sich wirklich noch lohnt.

War die Cel-Rahmung vernünftig?

Hätte ich das Cel gekauft, wenn ich alles vorher komplett durchgerechnet hätte? Schwer im Nachhinein zu sagen. Möglicherweise hätte ich weiter auf ein teureres Stück aus einer größeren Reihe gespart. Andererseits habe ich jetzt ein Cel aus einem tollen Anime, den zwar wenige kennen, aber eben mit einem klasse Motiv aus dem Intro.

Bei Sailor Moon oder ähnlichem hätte das wahrscheinlich 5-stellig gekostet, was auch mit sparen, außerhalb meines Budgets für Kunst gelegen hätte.

Welche Lösung würde ich heute für welches Anime-Original wählen?

Zum Schluss möchte ich mit meiner jetzt gewonnen Erfahrung beim Thema Rahmung einordnen wie ich vorgehen würde.

Selbst rahmen würde ich eher …

  • bei allem, was auf Papier gezeichnet ist
  • vor allem bei vergleichsweise günstigen Stücken
  • nicht handgezeichnete Produktionsmaterialien

Zum Rahmenhändler bringen würde ich eher …

  • generell bei allem, was richtig teuer ausfällt
  • mit allen Cels, weil die in klassischen Rahmen einfach nicht funktionieren

Meine wichtigsten Learnings

Ich habe gelernt, dass ich hier auf dem Kunstmarkt unterwegs bin und so alte Produktionsmaterialien einiges an Aufwand mitbringen. Vor allem dann, wenn euch etwas an der Erhaltung liegt und ihr darin nicht nur nette Bilder seht, die ihr irgendwann ersetzt.

Gerade Anime Cels sind extrem aufwändig. Und auch wenn ein Cel billig zu haben ist, kommt am Ende einiges auf euch zu. Holt euch hier auf jeden Fall professionellen Rat. Entsprechende Fachgeschäfte sind Profis und wissen was zu tun ist. Hier lohnt es sich wirklich nicht nur nach dem billigsten Angebot zu entscheiden.

Mein Fazit

Weshalb ich euch auch erstmal empfehlen würde mit Sammlerstücken auf Papier anzufangen. Die Zusatzkosten bleiben überschaubar und das Papier als Material ist im Gegensatz zur Acetatfolie gut handhabbar.

Wichtig ist es, dass ihr euch vorher alle Kosten transparent macht und für euch durchrechnet. Ein vermeintliches Schnäppchen wird sonst schnell zur Kostenfalle.

Trotzdem bereue ich beide Projekte nicht. Ich sehe heute die handgezeichnete Cardcaptor-Sakura-Szene und das echte Cel aus dem Opening von Nurse Angel Ririka jeden Tag an meiner Wand. Genau dafür habe ich sie gekauft. Die Rahmung war teilweise überraschend teuer und sicher nicht in jedem Punkt die maximal mögliche Lösung, aber sie macht aus den Produktionsmaterialien einen sichtbaren Teil meiner Sammlung. Und jedes Mal, wenn mein Blick daran hängen bleibt, fühlt sich das noch immer ein bisschen unwirklich an: Diese Bilder waren wirklich Teil eines Anime.