F-Zero Titelbild
Gaming

Retrospektive – F-Zero

Wenn futuristische Rennboliden in einem wahnsinnigen Tempo über wilde Rennstrecken rasen, dann könnte es sich dabei um ein Spiel der F-Zero Reihe handeln. Auch wenn die Reihe heute außerhalb von nostalgischen Erinnerungen von der Bildfläche verschwunden ist, handelt es sich bei F-Zero von Nintendo um einen absoluten Klassiker.

Die Geschichte der Rennspielreihe beginnt im Jahr 1990 als Launchtitel des SNES von Nintendo. Mit verantwortlich zeigte sich wie so oft Spieleveteran Shigeru Miyamoto. Es folgten weitere Ableger für das N64 1998 und den Nintendo Gamecube im Jahr 2003. Dazu kommen noch einige Ableger für die mobile Konsole Gameboy Advance. Mit dem Japan exklusiven 2004er Teil F-Zero: Climax endet die bisherige Geschichte auch schon wieder.

Alle unsere Retrospektiven findet ihr hier übersichtlich aufgeführt: Retro Gaming

F-Zero

Im Rahmen dieser Retrospektive schauen wir uns den aller ersten Teil F-Zero aus dem Jahr 1990 an. Es handelt sich historisch gesehen um ein wirklich bemerkenswertes Spiel. Als erstes Super Nintendo Rennspiel setzte der Future Racer diverse Maßstäbe. Auch ich habe als Kind unzählige Stunden damit verbracht. Aber was steckt wirklich drin?

Die Story

F-Zero spielt weit in der Zukunft, um genau zu sein im Jahr 2560. Ein Paar Multi-Milliardäre gründen nach Vorbild der alten Formel 1 die neue Rennserie F-Zero. Die Menschheit hat durch Austausch mit diversen Alienrassen einen großen Fundus fortschrittlichster Technologien erworben. Das führt dann zu den schwebenden Rennwägen die ihr im Spiel steuern könnt.

Klingt belanglos? Ist es auch! Im Spiel seht ihr davon gar nichts, außer dass das futuristische Setting natürlich all gegenwärtig ist.

Grafik und Sound

Heute kaum noch vorstellbar, aber grafisch war F-Zero eine Revolution. Es ist eins der Spiele bei dem die Menschen es damals kaum fassen konnten wie gut das aussieht. Auch heute gelten Rennspiele gerade zum Launch neuer Konsolen als optimales Technik-Showcase.

Der Super Nintendo bot auch die passende Technik um entsprechend zu glänzen. Der so genannte Mode 7-Effekt ermöglichte es der Konsole Hintergründe zu drehen und zu Zoomen. Damit konnte man pseudo 3D-Effekte erzeugen. Bisherige Konsolen Rennspiele konnten das Gefühl auf eine abgeschlossenen Rennstrecke zu fahren nicht wirklich einfangen. Dank Mode 7 wirkt das Spiel als würdet ihr über eine ausmodellierte 3D-Strecke fahren.

Fzero

Dabei ist das natürlich nicht der Fall. Wie bei anderen Rennspielen auch ist die Strecke nur ein scrollender 2D-Hintergrund mit, sehr hübschen zwei dimensionalen Sprites. Ihr bewegt in Wirklichkeit gar nicht euer Fahrzeug sondern den Hintergrund mit euren Steuerungseingaben. Im Jahr 1990 hob dieses Prinzip Rennspiele auf ein ganz neues Level was die Immersion drastisch erhöhte.

Wie bei so vielen Super Nintendo Spielen ist die Pixel-Grafik insgesamt auch heute noch hübsch. Allerdings flimmern die Rennbahnen abseits der eigentlichen Straße teilweise schon sehr krass. Ewig kann ich F-Zero heute nicht mehr am Stück spielen. Das Rennspiel macht es sich aber auch leicht, da nicht all zu viel abseits der Rennstrecke los ist. Dafür ist die Geschwindigkeit für die damalige Zeit wahnsinnig hoch.

F-Zero King League

Auch der Sound ist eine große Stärke. Die Musik ist legendär, schon die ersten beide Rundkurse Mute City und Big Blue haben so ikonische Soundtracks spendiert bekommen, dass sie auf keiner Best-Of Liste fehlen dürfen. Mal geht es treibend rockig zu, dann regelrecht entspannend, jeder Kurs hat seine eigene Stimmung.

Auch ich habe F-Zero auf meine eigene Liste gepackt. Diese findet ihr hier: Meine Gaming Lieblingssoundtracks

Die Soundeffekte sind auch alle stimmig, angefangen vom zischenden Sound der Boliden, über das kratzende Geräusch der Bande bis hin zum „Auftanken“ in der Box.

Das Spielprinzip

Wie bei Rennspielen üblich geht es darum als erster die Ziellinie zu überqueren. Dabei wählt ihr zwischen dem Hauptspielmodus Grand Prix und dem Training. Im Grand Prix wählt ihr aus den drei verfügbaren Rennserien die aus jeweils fünf Strecken bestehen. Am einfachsten ist die Knight League, darauf folgt die Queen League und zu guter Letzt kommt dann die teilweise schon knifflige King League. Es ist möglich noch einen höheren Schwierigkeitsgrad frei zu spielen.

F-Zero Ligen

Die einzelnen Rennen laufen dann in fünf Runden ab. Der Clou ist, dass ihr nach jeder Runde ein Stück weiter vorn platziert sein müsst. Anfangs reicht es noch unter den Top 15 zu sein. In der letzten Runde müsst ihr euch unter den besten drei befinden um zum nächsten Rennen zugelassen zu werden. Ob ihr tatsächlich gewinnt ist eigentlich egal. Nach jeder erfolgreichen Runde bekommt ihr einen Turbo dazu, der euch für kurze Zeit noch schneller macht.

Auf Waffen müsst ihr bei F-Zero im Gegensatz zu vielen anderen Racern mit futuristischem Setting verzichten. Hier geht es weitgehend friedlich zu, aber ihr müsst dennoch gut aufpassen. Der Rand der Fahrbahn ist durch eine Begrenzung markiert die euch bei Berührung Schaden zufügt und euch erheblich ausbremst wenn ihr länger dagegen fahrt. Auch wenn ihr über eine Sprungschanze oder ähnliches über die Begrenzung hinausfliegt ist das Rennen für euch sofort vorbei. Generell gilt wenn euer Energiebalken auf Null fällt explodiert ihr. Auf der Start/Ziel-Geraden befindet sich immer ein kleiner Streifen der beim Überfahren einen Teil eurer Energie wiederherstellt.

F-Zero Schaden

Damit nicht genug, nach der ersten Runde „überrundet“ ihr andere Teilnehmer des Rennens. Diese sind zwar nur Statisten die eigentlich keine Auswirkung auf eure Platzierung haben, können aber doch ordentliche Probleme verursachen. Berührt ihr diese bekommt ihr Schaden und könnt schnell in der Bande landen durch die Kollision. Besonders problematisch sind die blinkenden Fahrzeuge. Diese explodieren bei Berührung und fügen euch dann richtig Schaden zu.

F-Zero Fahrzeuge

Ihr habt die Wahl aus vier unterschiedlichen Rennboliden die sich in ihren Werten für Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit unterscheiden. Im Rennen sind aber noch deutlich mehr Wägen unterwegs. Diese haben aber ein Standardmodell und unterscheiden sich nur durch ihre Farbe.

Was taugt F-Zero?

Auch wenn ich als Kind zahllose Stunden in F-Zero verbracht habe, muss ich zugeben da steckt nicht all zu viel drin. Wir haben ja oben bereits gesehen, dass es nur vier Fahrer mit insgesamt 15 Strecken gibt. Multiplayer gibt es auch nicht um gegen Freunde anzutreten. Das ist natürlich dem frühen Release Zeitpunkt geschuldet.

Richtige Fights im Rennen finden innerhalb der KI auch nicht statt. Die Reihenfolge der Computer gesteuerten Boliden ist wenn ihr nicht zwischendurch mal einen abräumt immer gleich. Auch sind die Gegner abseits der vier Hauptcharaktere völlig egal. In den seltensten Fällen werdet ihr aus den Top 4 fallen. Somit kann es eigentlich erst in der letzten Runde mal kritisch für euch werden.

F-Zero Grand Prix Ende

Dafür sind die Rennkurse selbst alle schön und vor allem abwechslungsreich gestaltet. Sowohl optisch als auch spielerisch entfaltet jede Strecke ihren eigenen Charme.

Die Knight League sollte euch auch in den ersten Versuchen nicht vor allzu große Herausforderungen stellen, dennoch ist die Steuerung erst Mal gewöhnungsbedürftig. Das liegt an der sehr eigenen Physik. Man fühlt überraschend gut, dass die Boliden über die Strecke gleiten. Ab der Queen League kann es dann in der letzten Runde sowohl was die Position als auch eure Power angeht eng werden. Spätestens dann kommt ordentliche Spannung auf.

F-Zero Rennen Sand Ocean

Das trägt jetzt keine 50 Stunden, aber ich fahre auch heute noch gerne mal die ein oder andere Runde. Denn hier gibt es flotte Action, die sich halt auch immer wieder schnell abnutzt.

Kann man das heute noch spielen?

F-Zero hat eine relativ gute Verbreitung was dafür sorgt, dass das Modul eine ordentliche Verfügbarkeit hat. Man kann zwar von einem Klassiker des Rennspielgenre sprechen, aber da schon so lange kein neuer Ableger mehr erschienen ist, ist die Nachfrage nicht besonders groß. Das reine Modul bekommt ihr schon ab 10€, mit Verpackung geht es schon ab 25€ los. Selbst Exemplare mit Grading kosten nicht unglaublich viel.

F-Zero Super Nintendo Modul

Ihr könnt aber auch ohne Super Nintendo relativ leicht spielen. F-Zero ist Teil des Nintendo Switch Online Abos und kann somit ohne weiteren Kosten gespielt werden. Auch auf älteren Nintendo Konsolen könnt ihr den Racer für ein Paar Euro kaufen.

Wie bei einigen vorigen Spielen hier nochmal der Hinweis auf die SNES Classic Mini Konsole bei der F-Zero Teil der Spieleauswahl ist. Das Gerät ist mittlerweile aber relativ teuer geworden.

Weitere Super Nintendo Highlights findet ihr hier: Meine 12 besten Super Nintendo Spiele

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