In diesem Artikel möchte ich euch die lange Geschichte des Magical Girls Genre aufzeigen und über die gesellschaftliche Bedeutung sprechen (und auch gerne diskutieren). Über das Genre wird in unserer Zeit gerne leidenschaftlich und kontrovers gestritten. Dabei ist das doch alles ganz harmlos, oder?
Ich werde mich im Artikel vor allem auf Magical Girl Anime beziehen. Dazu stelle ich euch die Animeklassiker und Geheimtipps genauer vor!
Das Wichtigste zu Magical Girls in Kürze:
- Genre und Merkmale: Ein historischer Überblick über das Magical Girl Genre, von den Anfängen in den 60ern bis heute. Magische Kräfte, aufwendige Verwandlungen, starke weibliche Figuren und große Abenteuer.
- Für wen: Magical Girl Anime gibt es für viele Zielgruppen. Neben den Klassikern, die für fast alle Altersgruppen geeignet sind, gibt es Vertreter speziell für Erwachsene oder Kinder.
- Die wichtigsten Vertreter: Beliebte Serien wie Sailor Moon, Cardcaptor Sakura und Puella Magi Madoka Magica stelle ich euch im Details vor und bewerte sie.
- Gesellschaftliche Bedeutung: Das Genre als Wegbereiter für starke Frauenrollen und eine Diskussion über Rollenbilder und Sexualisierung in Anime.
Was sind Magical Girls überhaupt?
Wenn ihr mit dem Genre bisher keine Berührungspunkte hattet, bekommt ihr hier eine kurze Einführung. Ein heute typisches Magical Girl ist ein Mädchen, was auf irgendeine Weise magische Kräfte bekommt und sich zum Nutzen dieser verwandeln muss. Meist handelt es sich um jugendliche Schulmädchen. Ein übernatürliches Wesen oder sprechendes Tier gehört als Begleiter oft dazu.

Das Mädchen erlebt alleine oder in einer Gruppe mit weiteren Magical Girls dann ein Abenteuer, bei dem es gilt eine böse Macht zu besiegen. Die Entwicklung des Charakters steht im Mittelpunkt, aber auch der Alltag spielt größtenteils eine wichtige (Neben-)Rolle.
Kategorien von Magical Girls
Das ist die heute gängige Auffassung, die vor allem durch Sailor Moon, Cardcaptor Sakura und Puella Magi Madoka Magica geprägt ist. Dabei ist das eine Interpretation, die sich erst im Laufe der Jahre gebildet hat. Das werdet ihr in den folgenden Abschnitten noch verfolgen können.
Hier gebe ich euch eine Übersicht über die gängigen Kategorien. Das Genre ist Jahrzehnte alt, es gibt darüber hinaus natürlich viel mehr und sicher lassen sich einige Kategorien auch anders bilden. Einige Magical Girls passen auch zu mehreren Kategorien.
- klassische Schul-Magical Girls
Die allermeisten Magical Girls sind Schülerinnen. Hier findet ihr also fast alle. Wobei es sich teils stark unterscheidet, wie sehr der Schulalltag Raum in der Geschichte einnimmt. Es ist nicht selten, dass die Schule gar nicht oder nur sehr am Rande auftaucht. Andererseits ist sie oft auch einer der Hauptschauplätze.
- Kampf-Magical Girls
Hier sind wir wieder bei der oben genannten Definition, die viele Menschen zum Thema Magical Girl haben. Egal ob alleine im Fall von Cardcaptor Sakura oder im Team, wie bei Sailor Moon. Bei vielen Magical Girls spielt Action und Kampf eine große Rolle. Das Ganze gibt es von kindgerecht, bis voll auf Erwachsene zugeschnitten.
- Idol-Magical Girls
Ein junges Mädchen erhält magische Kräfte und verwandelt sich in ein (oft älteres) Idol, ist eine sehr klassische Idee. Die wohl bekannteste Vertreterin hier ist Creamy Mami. Es gibt aber auch ganze Magical Girl Gruppen, die sich aufmachen, die Welt musikalisch mit Magie zu erobern.
- Dark-Magical Girls
Magical Girls sind oft bunt und mit einer dicken Portion Humor ausgestattet. Das geht aber auch anders. Gerade seit den 2010ern erfolgen sich düstere Magical Girl Geschichten großer Beliebtheit. Die Idee gab es aber auch in den vorigen Jahrzehnten immer mal wieder.
- Hexen und Magierinnen im Alltag
Damit fing alles an. Die klassische Magical Girl Idee hatte wenig mit Weltretten zu tun. Es ging eher um kleine Abenteuer und Herausforderungen im Alltag. Hier geht es vor allem um Freundschaft, Liebe und das alltägliche Leben der Mädchen.
- Magical Girls im Team oder Solo
Während frühe Magical Girls weitgehend solo unterwegs waren, sind viele moderne Vertreterinnen in Teams unterwegs. Wenn gekämpft wird, sind es oft Teams. Die Solo Magical Girls haben oft andere Aufgaben im Fokus. Aber auch hier ist alles in jeder Kombination möglich.
- Sammler-Magical Girls
Cardcaptor Sakura ist hier natürlich die bekannteste Vertreterin, da sie diverse Male entflohene Karten einsammeln muss, die Unfug treiben und sie beim Einsammeln stärker machen. Auch Fate/Kaleid Liner Prisma Illya greift dieses Konzept auf.
Ist das nicht nur was für kleine Mädchen?
Auf den ersten Blick könnte man das tatsächlich annehmen. Schulmädchen in bunten Kleidern klingt nicht sonderlich männlich oder erwachsen. Den bekanntesten Vertreter der Magical Girls habt ihr in meiner persönlichen Geschichte bereits kennengelernt, Sailor Moon. Dieser Anime ist für jedes Alter geeignet und wird unabhängig vom Geschlecht gemocht. Ihr findet aber auch Anime, die sich direkt an Kinder oder genauer Mädchen richten, dazu zählt das auch recht bekannte DoReMi. Es gibt aber auch Serien, die sich deutlich an ein erwachsenes Publikum richten wie Puella Magi Madoka Magica. Zu diesem Anime lest ihr im Laufe des Artikels noch mehr.
Die Entstehung und Geschichte des Magical Girl Genre

In den folgenden Abschnitten schauen wir uns die Entstehung und Geschichte des Magical Girl Genres an. Ab den 90ern kommen zur reinen Geschichte auch Kurzreviews einiger Magical Girl Animes dazu. Diese werden nach und nach weiter ergänzt und helfen euch besser ins Genre reinzukommen oder Geheimtipps zu finden, die ihr bisher vielleicht noch nicht kennt.
Magical Girl Anime in den 60ern – die Anfänge
Die Geschichte der magischen Mädchen beginnt bereits in den 60er Jahren. Die Inspiration der Genrepioniere stammt nach eigenen Aussagen aus den USA. Die bei uns unter dem Namen Verliebt in eine Hexe bekannte Sitcom erfreute sich auch in Japan großer Beliebtheit. Die Serie war zu seiner Zeit auch deshalb wegweisend, weil sie die Rolle der Frau weg vom typischen Haushalt machen und Kinder erziehen brachte.
Das imponierte Mangazeichner Fujio Akatsuki so sehr, dass er 1962 seinen Manga Himitsu no Akko-chan oder auf Deutsch Akko-chans Geheimnisse für das japanische Ribbon Magazin zeichnete. Im Jahr 1969 folgte dann eine Anime-Adaption. Somit war Himitsu no Akko-chan der erste Magical Girl Manga.
Sally, die Hexe (1966)
Mahou Tsukai Sally oder auf Deutsch Sally, die Hexe folgte 1966 als Manga ebenfalls im Ribbon Magazin. Dieser Manga wurde noch im selben Jahr als Anime umgesetzt, darf sich also erster Magical Girl Anime nennen. Auch Sally war stark von der amerikanischen Erfolgsserie inspiriert.
Beide Serien hatten schon einige der heute typischen Eigenschaften. Es handelt sich um Mädchen im Schulalter (wenn auch noch etwas jünger als heute üblich), die ihre Kräfte geheim halten und müssen für Recht und Ordnung sorgen. Im Alltag ging es schon genau so um Liebe, Schule und Freundschaft. Bei Verliebt in eine Hexe war die Heldin allerdings noch eine Erwachsene Frau. Der Fokus der Japaner lag hier von Anfang an auf einem jüngeren Publikum.
Magical Girl Anime in den 70ern – das wilde Jahrzehnt
Im folgenden Jahrzehnt, den 70iger Jahren, wurden die Magical Girls etwas erwachsener und auch die Handlungen ließen düstere Töne anklingen.
Osamu Tezuka der Erfinder des auch bei uns bekannten Astro Boys brachte im Jahr 1970 den Manga Fushigi na Merumo oder auf Deutsch Zauberhafte Melmo an den Start. Ein Jahr später folgte die Umsetzung als Anime und erfreute sich großer Beliebtheit.
Cutie Honey (1973)
Das 1973 entstandene Cutie Honey von Go Nagai dürfte der ein oder andere von euch kennen. Denn es wurde in den 90igern als Remake auf SAT1 ausgestrahlt. Der Anime ist deshalb besonders interessant, weil er viele heute übliche Standards etablierte. Dazu gehörten die Verwandlungssequenzen mit Sprüchen und feste Attackennamen. Auch Zauberkräfte spielten im Kampf eine große Rolle. Von einer Kinderserie kann aufgrund des erstaunlich hohen Gewaltgrads und Echi Elementen kaum die Rede sein.
Meg, das Hexenmädchen (1974)
Der dritte Magical Girl Anime der 70er Jahre, den ich hier erwähnen möchte, ist Majokko Megu-chan oder auf Deutsch Meg, das Hexenmädchen. Dieser Anime erschien im Jahr 1974. Der Anime ist deshalb besonders und findet hier seine Erwähnung, weil er zum ersten Mal richtig ernste Töne anschlägt. Während die bereits genannten Titel aus diesem Jahrzehnt bereits davon abgerückt sind, dass das Leben doch irgendwie immer schön ist, legt Majokko Megu-chan noch eine Schippe drauf. Themen wie häusliche Gewalt und Selbstmord spielen hier eine Rolle.
Magical Girl Anime in den 80ern
Ab 1980 wird es deutlich unübersichtlicher, was die Veröffentlichungen angeht. Neben dem Toei Animation Studio, das von Anfang an bei den Magical Girls mit mischte, kam hier die große Zeit von Studio-Pierrot. Minky Momo aus dem Jahr 1982 ist hier sicherlich die bekannteste Vertreterin. Wie viele ihrer Vorgängerinnen bekommt das Mädchen magische Kräfte und kann sich damit in eine erwachsene Frau verwandeln. Dabei schlüpft sie immer wieder in neue Rollen.
Viele weitere Serien des Genres stammen aus dem Studio Pierrot, bei uns in Deutschland kamen diese Serien allerdings nie wirklich an. Dabei hat das Studio an sich einiges in der westlichen Welt etabliert. Wer kennt nicht die klassische Nils Holgersson Serie? Wofür Studio Pierrot im Bereich Magical Girl besonders bekannt ist, ist der Klassiker Creamy Mami, the Magic Angel aus dem Jahr 1984.
Minky Momo (1982)

Minky Momo erzählt von einem Magical Girl, das aus dem Königreich Fenarinarsa auf die Erde kommt, um Menschen zu helfen, dabei mithilfe ihrer Verwandlungen Energie zu sammeln und so ihre Heimat zurückzubringen.
Mein Fazit:
Creamy Mami, the Magic Angel (1984)
Creamy Mami, the Magic Angel folgt der zehnjährigen Yū Morisawa, die von einem außerirdischen Schiff magische Kräfte erhält und sich in die einige Jahre ältere Idol-Sängerin Creamy Mami verwandeln kann, das allerdings nur für ein Jahr. Mit den Maskottchen Posi und Nega meistert sie Auftritte, TV-Shows und den plötzlichen Ruhm, während sie ihre wahre Identität geheim halten muss. Zwischen Schule, Freundschaften und erster Liebe gerät Yū immer wieder in chaotische Situationen, weil Magie nicht jede Alltagskrise löst.
Magical Girl Anime in den 90ern – der große Durchbruch
Bisher waren Magical Girls ja eher als Einzelkämpferinnen unterwegs. Das änderte sich nicht nur in den 90ern, sondern wurde recht schnell zum Genre-Standard aufgrund des durchschlagenden Erfolgs auf der ganzen Welt. Auch der heute noch gängige Farbcode etablierte sich. Der Hauptcharakter trägt meist Pink. Blau steht für schlau, aber oft schüchtern. Rot steht für die Hitzköpfige und Gelb für die Optimistische, die oft eine Art Mutterfigur für den Hauptcharakter oder die Gruppe fungiert. Geht an dieser Stelle ruhig mal die Magical Girl Gruppen durch, die euch einfallen.
Sailor Moon (1992)

Sailor Moon ist das wohl bekannteste Magical Girl überhaupt. Ihre Abenteuer sind ein absolutes Muss für jeden Fan und für alle Neueinsteiger. Wenige andere Anime haben die Popkultur weltweit bis heute so stark geprägt.
Lesetipp! Die komplette Geschichte von Sailor Moon findet ihr in diesem Artikel: Die Geschichte von Sailor Moon
Mein Fazit:
Cardcaptor Sakura (1998)

Sailor Moons größte Konkurrentin, die nie ganz aus dem großen Schatten treten konnte, aber sich bis heute großer Beliebtheit erfreut. Natürlich gibt es Ähnlichkeiten zwischen den beiden, aber auch große Unterschiede!
Lesetipp! Hier findet ihr alles was ihr zu Cardcaptor Sakura wissen müsst: Die Geschichte von Cardcaptor Sakura
Mein Fazit:
Wedding Peach (1995)

Wedding Peach und die Liebesengel nehmen euch mit auf ein Abenteuer und sind in Deutschland nicht zuletzt dank ihrer „interessanten“ Synchro durchaus Kult.
Mein Fazit:
Kaito Saint Tail (1995)

Die 90er Jahre Anime zeigen eine große Vielfalt und dazu gehört auch Kaito Saint Tail, die sich als Diebin für die gute Sache einen Namen macht!
Mein Fazit:
Weitere nennenswerte 90er Magical Girls
Ein weiterer von vielen Klassikern aus diesem Jahrzehnt ist Magical Doremi. Grundsätzlich richtet sich der 1999 erschienene Anime eher an ein jüngeres Publikum. Doremi brachte den Hexen aus der Anfangszeit des Genres ihr Comeback.
Außerdem solltet ihr euch Kamikaze Kaito Jeanne nicht entgehen lassen. Auch wenn sie gegen die übermächtige Sailor Moon etwas in der zweiten Reihe stand, gerade in unserer westlichen Wahrnehmung, ist der Anime einen Blick wert und zeigen sich angenehm eigenständig.

Das zweite große Magical Girl Epos der 90er Jahre von Studio Clamp nennt sich Magic Knight Rayearth. Es handelt sich hier nicht um einen reinen Magical Girl Anime, man würde heute eher von Isekai sprechen. Auch wenn Isekai älter ist als Sword Art Online und Co, lag der Magical Girl Aspekt 1994 hier stärker im Fokus. Der Anime ist besonders interessant für Fans von Fantasywelten, da die drei Heldinnen aus Tokio in eine fremde Welt gezogen werden.
Magical Girls in den 2000ern und 2010ern
Die Jahre von 2000 bis 2009 sind eher schwierig für das Genre. In diesem Jahrzehnt erschienen keine Klassiker, die wirklich bis heute hängen geblieben sind. Nur Tokyo Mew Mew aus dem Jahr 2002 hat sich innerhalb des Genres ein wenig Kult erarbeitet. Aus deutscher Sicht bekamen wir auf RTL2 Anfang der 2000er die oben genannten Anime Magical Doremi, Wedding Peach und Kamikaze Kaito Jeanne. Cardcaptor Sakura sicherte sich Pro7 im Jahr 2003.
Erwähnenswert sind die Anfänge der bis heute reichlich Material produzierenden Jewelpet- und Pretty-Reihen. Hier gibt es fast jährlich neuen Anime Nachschub.
Tokyo Mew Mew (2002)

Catgirls, Maids und Magical Girls in einem? Das bietet euch Tokyo Mew Mew als Magical Girl Anime traditioneller Art.
Mein Fazit:
Das gerade vergangene Jahrzehnt ab 2010 zeigt sich wieder deutlich spannender. Zum einen sind viele Titel noch recht frisch im Gedächtnis, zum anderen bekamen wir auch einige richtig starke Magical Girls zu sehen. Im Januar 2011 feierte der wohl wichtigste Anime des Genres seit Sailor Moon seine Premiere. Es geht natürlich um Puella Magi Madoka Magica!
Puella Magi Madoka Magica (2011)

Puella Magi Madoka Magica hat dem Magical Girl Genre neues Leben eingehaucht und es von einer Seite gezeigt, die viele davor so noch nicht kannten. Ein Muss für alle!
Lesetipp! Hier findet ihr alles was ihr zu Puella Magi Madoka Magica wissen müsst: Das Madoka Universum
Mein Fazit:
Fate/Kaleid Liner Prisma Illya (2013)

Auch das Fate Universum hat eine eigene Magical Girl Serie geschaffen. Dabei erlebt ihr die Abenteuer von Illya und ihren Freunden!
Mein Fazit:
Magical Girl Raising Project (2016)

In Magical Girl Raising Project geht es düster zu. Was wäre, wenn Magical Girls zu einer Art Battle Royale gezwungen werden? Hier erfahrt ihr es!
Mein Fazit:
Weitere nennenswerte 2000er und 2010er Magical Girls
Seit 2004 gibt es die Pretty Cure Reihe, die sehr regelmäßig neue Staffeln spendiert bekommt und damit mittlerweile auf fast 20 Ableger kommt! Dabei hat sich eine treue Community gebildet. Ihr bekommt, wenn ihr euch auf die Reihe einlasst, jede Menge Magical Girl Content!
Sailor Moon selbst bekam mit Sailor Moon Crystal eine Neuauflage spendiert, die optisch deutlich näher am Manga war. Während die alte Serie auf ganze 200 Folgen kam, ist Crystal etwas kompakter gehalten.
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Zu guter Letzt muss hier noch das Sword Art Online Franchise erwähnt werden. Mit Sword Art Online Alternative: Gun Gale Online kommen diesmal die Mädels voll zum Zug. Sicher ist GGO kein reiner Magical Girl Anime, da die Verwandlung in der virtuellen Realität stattfindet. Dennoch passt es hier hin, da er sicherlich neue Fans für das Genre begeistert.
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Pretear folgt der Geschichte von Himeno Awayuki, einem gewöhnlichen Mädchen, das plötzlich als Pretear auserwählt wird. Ihre Bestimmung ist es, gemeinsam mit sieben mystischen Kriegern die Welt vor einer drohenden Dunkelheit zu schützen. Jeder Krieger repräsentiert ein Element und Himeno muss ihre Kräfte mit ihnen vereinen, um das Böse zu bekämpfen.
Etwas kurios mutet Sasami Magical Girl Club auf den ersten Blick an. Das liegt zum einen an den gruseligen Augen der Charaktere, aber auch am etwas ungewöhnlichen Konzept. Es gibt keine klassischen Monster oder ähnliches. Es geht um das Erlernen der Fähigkeiten eines Magical Girls, Freundschaft und natürlich auch trotzdem um eine Bedrohung im Hintergrund.
Yuki Yuna is a Hero folgt der Geschichte von Yuki Yuna und ihren Freundinnen, die als Heldenclub bekannte Schülerinnen sind und in einer eigentlich friedlichen Welt leben. Doch als sie auserwählt werden, um gegen mysteriöse Feinde zu kämpfen, ändert sich alles. Um die Menschheit zu retten, setzen sie ihre magischen Fähigkeiten ein, werden aber mit Opfern und Herausforderungen konfrontiert, die ihre Entschlossenheit auf die Probe stellen.
Die 2020er, die Zukunft und das Fazit
Magical Girls sind und bleiben fester Bestandteil der Anime-Kultur. Neben den genannten Serien gibt es unzählige weitere, die darauf warten, von euch entdeckt zu werden. Ich hatte mich aber auf die wichtigen Klassiker fokussiert, um die Länge des Artikels einigermaßen in Grenzen zu halten. Schreibt mir gerne einen Kommentar, wenn ich einen Titel vergessen habe, der eurer Meinung nach keinesfalls fehlen darf.
Die 2020er fingen auf jeden Fall bereits vielversprechend an. Das Madoka Franchise hat ein Spin-Off spendiert bekommen, mit Magia Record. Außerdem fand Sailor Moon ihren Weg in die Kinos mit gleich zwei Filmen, die die Crystal Serie weiter abschließen. Darüber hinaus bin ich gespannt, was die nächsten Jahre alles bringen werden!
Magia Record (2020)

Das heiß erwartete Madoka Spin-off sollte die 2020er Ära der Magical Girls einleiten. Das gelang dann nur teilweise.
Mein Fazit:
The Magical Girl and the Evil Lieutenant Used to Be Archenemies (2024)
Ein unvollendetes Magical Girl Werk, das mit seinem Humor und ganz viel Charme und wirklich wundervolle Geschichte erzählt und damit zum Highlight wird.
Mein Fazit:
Weitere nennenswerte 2020er Magical Girls
Acro Trip aus dem Jahr 2024 räumt keine Preise ab, ist aber ein ganz netter Happen zwischendurch. In der Hauptrolle steht eigentlich nicht das Magical Girl Berry Blossom, sondern ihr größter Fan Chizuko Date. Sie verbündet sich aber ausgerechnet mit Chrome größten Feind. Aber nur um dafür zu sorgen, dass Berry Blossom weiter die Stadt beschützen kann und nicht ihren Job als Magical Girl an den Nagel hängt. Das ist alles mit leichtem Humor verpackt.
Magical Girls – Meine Geschichte
Kommen wir als Nächstes zu meiner eigenen kleinen Geschichte. Wie kommt es, dass ein Mann Anfang 30 sich auch heute noch, mit großer Freude, so etwas anschaut? Angefangen hat es, wie bei vielen anderen auch, in den 90ern mit dem Klassiker Sailor Moon. Der Anime war damals fester Bestandteil des Nachmittagsprogramms von RTL2. Meine Kumpels und ich schauten die Serie um die immer etwas trottelige Bunny (aka Sailor Moon) rauf und runter. Wenn sich die Folgen mal wieder wiederholten, völlig egal.

Unsere Eltern konnten das nur sehr bedingt nachvollziehen, denn das war doch ganz eindeutig Mädchenkram. Zu jener Zeit dachte man in der Erziehung auch noch weitgehend in den typischen Junge und Mädchen Klischees. Für uns Jungs waren doch Batman, die Power Rangers und die Kickers da. Auch diese Serien schauten wir mehr oder weniger konstant, aber das dominante Thema auf dem Schulhof waren die Sailor Kriegerinnen. Interessanterweise kann ich mich an kein Mädchen aus meinem Umfeld erinnern, dass zu dieser Zeit ähnlich drauf war.
Magical Girls waren zu dieser Zeit also ein Wegbereiter, Rollenklischees bei Kindern aufzubrechen? Auch wenn, wie bereits erwähnt, die Hauptprotagonistin gerade am Anfang eher Antiheldin war, ging es um starke Frauencharaktere. Klar gab es da auch mit Tuxedo Mask einen Mann, der anfangs noch der doofen Schülerin alles erklären musste. Im Laufe der Serie wandelte sich das aber und wenn wir ehrlich sind, war niemand Fan von Tuxedo Mask.
Bis heute finde ich, immer wieder neue Vertreter, die ich gerne schaue. Vieles lässt mich aber auch völlig kalt. Denn auch wenn auf den ersten Blick viele Serien sich ähnlich sehen, sind die Unterschiede teils gigantisch.
Magical Girls – das große FAQ
Hier findet ihr die häufigsten Fragen zum Magical Girls, die entweder noch nicht beantwortet wurden oder ihr hier in praktischer, kompakter Form nochmal wieder findet.
Kritik an Magical Girls in der Gesellschaft
So weit, so gut, dennoch gibt es immer wieder Kritik an den Magical Girls. Auf der Connichi 2019 gab es einen Vortrag, den ich leider verpasst habe, zum Thema „Magical Girls im männlichen Blick„. Ich kann den Vortrag natürlich inhaltlich nicht bewerten und mich darauf auch nicht beziehen. Allein der Titel stellt aber etwas in den Raum, was sich mit meiner eigenen Erfahrung deckt. Während unsere Eltern damals davon ausgingen, dass eine Serie mit Mädchen/Frauen als Heldinnen sich vordergründig auch an eine weibliche Zielgruppe richten muss, sah die Realität ja ganz anders aus.
Die knappen Magical Girl Outfits
Hauptsächlich richtet sich geäußerte Kritik an die äußerliche Darstellung der Magical Girls. Die Kostüme der Heldinnen sind in der Regel eher knapp gehalten. Die Kleidung der Sailor Kriegerinnen ist, ihrem Namen entsprechend, lose dem Stil von Seeleuten entsprungen. Sie tragen aber auch alle kurze Röckchen und hohe Schuhe. Auf tiefe Ausschnitte oder ähnliches wird allerdings verzichtet.

Anime: Cardcaptor Sakura
Das ist ein typisches Merkmal der Outfits, sie sind immer ein wenig süß, aber auch etwas sexy, ohne zu aufreizend zu wirken. Dahinter stecken auch manchmal keine praktischen Erwägungen, das ist dann einfach so. Es kann aber auch sinnvoll sein, dazu aber später mehr. Soll hier also gezielt mit Reizen eine männliche Zielgruppe angesprochen werden? Zugegeben, auch wir haben uns damals mit unseren 10 Jahren schon gestritten welche denn jetzt die Hübscheste von den Sailor Kriegerinnen sei. Also muss da wohl etwas dran sein. Aber ist das wirklich bereits eine Art Sexualisierung?
Über diesen Punkt kann man vorzüglich über Stunden streiten. Vor allem, weil man hier von Fall zu Fall entscheiden muss. Einige Serien spielen sicherlich mehr mit Reizen als andere. Wenn dann im Extremfall immer wieder die Höschen hervorblitzen stellt sich die Frage auch nicht mehr, diese Serien kann man dann auch getrost aus lassen. Dennoch würde ich einer Serie wie Sailor Moon keine Sexualisierung seiner Charaktere vorwerfen.
Der Ursprung der Outfits
Etwas Licht ins Dunkel bringt der Ursprung dieser Outfits. Wie wir im zweiten Teil des Artikels noch genauer sehen werden, liegt der Ursprung der Magical Girls in den westlichen Hexen. Auch diese werden in der Regel im mal mehr, mal weniger knappen Kleid dargestellt. Die Japaner haben früh mehr Farbe ins Spiel gebracht, denn der Fokus der Serien lag klar bei Mädchen. Die klassische Hexe trägt bei uns im Westen schließlich Schwarz. Dazu kamen immer mal Einflüsse westlicher Superheldinnen und Prinzessinnen der Marke Disney finden sich in den Looks auch wieder.
Da so ein Magical Girl nach der Verwandlung natürlich möglichst spektakulär aussehen sollte und meist sehr aktiv kämpft, bieten sich bestimmte Outfits mehr an als andere. Die klassische Hose erscheint da schnell zu langweilig, eine dicke Rüstung zu unbeweglich. Ein pompöses Kleid passt da schon eher und bietet eine gewisse Bewegungsfreiheit.
Egal ob in Anime oder westlichen Serien, auch männliche Helden sind in der Regel durchtrainierte Schönlinge. Batman ist ein unglaublich reicher Typ, mit so ausgeprägtem Sixpack, dass dieses sogar auf dem Kostüm zu sehen ist. Jedoch wird bei Männern nicht mit dem Kontrast aus süß und sexy gespielt.
Klassische Rollenbilder an jeder Ecke?
Dass die Mädchen meist ein wenig tollpatschig sind, hat meiner Meinung nach, weniger mit einem bestimmten Frauenbild zu tun, als mit einem einfachen Kniff, die Heldenreise deutlicher hervorzuheben. Am Ende wird das Magical Girl (fast) immer zur starken Heldin die die Welt vor dem Untergang rettet und das ohne männliche Hilfe. Sie ist ein starker Charakter. Der Weg vom Tollpatsch zur unantastbaren Superheldin ist lang, die Entwicklung dafür umso deutlicher.
Gut, die Mädchen sind ja in der Regel Schülerinnen und stecken mehr oder weniger in der Pubertät. Der Alltag wird dann auch eher stumpf dargestellt, denn es dreht sich doch alles um Jungs und die eigene Beliebtheit. Das geht deutlich besser, aber wenn wir ehrlich sind, ist das die gängige Darstellung Jugendlicher in Serien aller Art.

Anime: Sailor Moon
Kommen wir nochmal auf Sailor Moon zurück. Wer nur die deutsche Fassung kennt, hat davon wenig mitbekommen, aber Themen wie Homosexualität spielten in der Serie eine große Rolle. Dass Sailor Uranus und Sailor Neptun ein lesbisches Paar sind, hatten wir auch in der deutschen Version mitbekommen. Es wurden aber teilweise in Deutschland ganze Geschlechter von Charakteren verändert, um diese Themen möglichst zu vermeiden. Es ist aber bemerkenswert, wie souverän die Serie in der Originalfassung bereits Anfang der 90er mit diesen Themen umging.
Puella Magi Madoka Magica – das positive Beispiel
Gute Vertreter des Genres bieten tiefgründige Charaktere und vielschichtige Geschichten. Gerade Puella Magi Madoka Magica ist hier ein sehr gutes Beispiel. Auf den ersten Blick wirkt alles ein wenig niedlich, aber dahinter steckt so viel mehr. Es gibt die typischen Kostüme, aber die Rollen der Mädchen sind wahnsinnig stark. Der Schulalltag ist natürlich vorhanden, spielt aber kaum eine Rolle. Der Anime begeistert das weibliche und das männliche Publikum gleichermaßen.

Anime: Puella Magi Madoka Magica
Alles Infos zu Madoka gibt es hier: Das Madoka Universum
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In einer Umfrage der Seite Charapedia aus dem Jahr 2016 zu den beliebtesten Magical Girls tauchen direkt vier Charaktere aus dem Anime auf. Der Hauptcharakter Madoka Kaname steht dabei auf Platz 1. Von den 10.000 Teilnehmern waren etwa 65% männlich und 35% weiblich. Madoka Kaname, das Mädchen mit dem Kastenkopf, der geheime Traum aller Männer? Oder doch eher ein starker, tiefgründiger Charakter mit Ecken und Kanten? Ich habe selten eine so nachvollziehbare virtuelle Figur gesehen.
Auch wenn ich nicht absolut behaupten kann, dass Madokas Kleidung völlig unabhängig von irgendwelchen Reizen gestaltet wurde, ist das Ergebnis bemerkenswert. Die meiste Zeit über trägt sie das in Japan übliche Schuloutfit und der Zeichenstil an sich ist ziemlich stilisiert und deshalb nicht sonderlich attraktiv (wenn auch neutral betrachtet sehr gut gemacht).
Interessant ist auch die Verteilung der Votes nach Geschlecht. Madoka schafft es bei den Männern souverän auf Platz 1, gefolgt von Homura einem weiteren Charakter aus der Serie. Bei den Frauen landet Madoka nur auf Platz 4, hier gewinnt Sakura aus einem weiteren Klassiker Cardcaptor Sakura.
Quelle: Crunchyroll
Mein persönliches Fazit
Keine Frage es gibt viele Männer, die Magical Girls bzw. deren Kostüme attraktiv finden, das ist dem Genre selbst aber nicht vorzuwerfen. Die Frage, ob die Outfits denn immer so knapp sein müssen, ist auch legitim und muss besprochen werden. Ich glaube aber, dass der positive Einfluss, den die Magical Girls auf Kinder und Jugendliche und damit auch auf unsere Gesellschaft haben, deutlich größer ist. Während die Versuche westlicher Filme und Serien starke weibliche Charaktere zu kreieren oft sehr bemüht wirken, gelingt das den Japanern in guten Anime, wie Madoka, nahezu mühelos.
Am oben genannten Voting ist ganz gut zu sehen, dass die Serien, die auf den sexuellen Faktor aus sind, letztendlich keine große Rolle spielen und schnell wieder in Vergessenheit geraten. Es bleiben die Perlen, die auf ihre Weise für eine moderne und offene Gesellschaft werben oder manchmal einfach nur gut unterhalten.
Das war unser ausführlicher Ausflug in die bunte Welt der Magical Girls. Werft auch einen Blick in meinen Artikel zu meinen Lieblingsanime. Dort findet ihr einige der genannten Titel wieder!
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Moin und Hallo, ich bin Oli!
Ich kümmere mich vor allem um die Bereiche Gaming, Musik und Fotografie. Außerdem sammle ich Animefiguren, die ich euch hier auf der Seite ausführlich vorstelle. Ich liebe Retro Games aus der SNES Ära, aber auch moderne Spiele. Im Bereich Musik bin ich vor allem im Metal, aber auch J-Rock und J-Pop zu Hause.
Zusätzlich kümmere ich mich um die Seite selbst, bin also für die ganze Technik zuständig und betreue die Social Media Kanäle. Ich unterstütze Truudy auch gerne beim kreieren ihrer Outfits und habe selbst viel Spaß an der Mode.
Euer Oli





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